„Trau dich doch mal.“ Diesen Satz habe ich in meinem Leben schon oft gehört. Als ich mich mal wieder nicht getraut habe, beim Pizzabestelldienst anzurufen. Oder ich den fremden Mann nicht nach dem Weg fragen wollte.

Sich etwas trauen heißt,den Mut zu haben, etwas zu tun.

Ich bin kein mutiger Mensch. Aber ich gebe mir in letzter Zeit viel Mühe, regelmäßig meine Komfortzone zu verlassen. Deine Komfortzone ist die Zone, in der du dich wohlfühlst. Du hast alle Dinge dort schon 100 Mal erlebt und brauchst keine Angst haben, dass etwas schief geht. Klingt gut? Eigentlich schon, aber du wirst dich in deiner Komfortzone nie weiterentwickeln. Nur durch das Verlassen der Komfortzone kannst du große Ziele erreichen und erfolgreich werden.

Das Gerede um die Komfortzone hört sich oft an, als müsste man sofort einen Berg besteigen oder auswandern. Aber es sind genauso oft die kleinen Dinge, die Großes bewirken. Goldenmelanchony hat eine Blogparade gestartet, in der von dem „Trau dich-Moment“ berichtet wird. Dem Moment, indem man etwas gewagt hat. Ich will euch von meinen Top 5 Momenten berichten, in denen ich mich etwas getraut habe.

Meine Top 5 „Trau dich – Momente“

  1. Als ich anfing über meine Gefühle zu sprechen: Ich offenbare mich nicht gerne anderen Menschen. Zumindest nicht wenn sie mir dabei in die Augen sehen. Es fällt mir schwer zu sagen, was ich grade wirklich fühle und was meine echten, wahren Wünsche und Probleme sind. In der Pubertät verschloss ich mich dann mehr und mehr. Was wohl irgendwo auch normal ist. Doch ich hatte enorme Probleme, andere Menschen an mich ranzulassen. Meine Freundschaften waren in dieser Zeit oft oberflächlich und bestanden daraus gemeinsam feiern zu gehen. Ich habe vieles in mich reingefressen, kaum mit jemandem über meine Probleme gesprochen. Trau dich, ehrlich mit anderen Menschen zu sein! Denn als ich endlich anfing, offen über meine Probleme zu sprechen, merkte ich, dass:
    • Viele ganz ähnliche Probleme haben.
    • Allein das Reden unglaublich befreit.
    • Alles gar nicht so schlimm ist, wie man es sich alleine in seinem Kopf ausgemalt hat.
  2. Als ich meinen Blog gestartet habe: Hinter diesem Punkt steckt mehr, als der Blog an sich. Natürlich war es ein Schritt aus meiner Komfortzone sich eine eigene Domain zu kaufen, persönliche Dinge zu veröffentlichen und so weiter. Viel mehr ist dieser Schritt aber ein Schritt zum Eingeständnis meiner wahren Träume. Ich habe irgendwann meine kreative Seite verdrängt. Ich wurde „realistisch“, dachte nur noch daran, was andere wohl gerne sehen würden. Dass ich schon seit meiner Kindheit Geschichten schreibe war fast in Vergessenheit geraten. Manchmal schrieb ich heimlich Gedichte, doch ich zeigte sie niemanden. Auf meinem PC befinden sich unzählige angefangene Geschichten und Bücher.
    Ich habe mir eingestanden, dass mir meine kreative Seite fehlt. Dass ich eben kein Leben möchte, wo ich stur BWL-Fakten in mein Hirn hämmer. Und dieser kleine „Trau dich – Moment“ hat so viel in mir ausgelöst. Ich will mehr: Mehr Kreativität, mehr Zukunftsideen. Ich sprudele über voller Ideen und kann mein Traumleben kaum erwarten.
  3. Als ich meine Telefonphobie überwunden habe: Ich hatte jahrelang Angst, zu telefonieren. Egal ob mit Bekannten oder Fremden. Bei mir bekannten Personen hatte ich Angst, die Stimme zu verwechseln und meine Tante für meine Cousine zu halten. Bei Fremden rechnete ich stets mit einer super unfreundlichen Person am anderen Ende, die mich nicht ernst nehmen würde. Irgendwann reichte es mir. Mit 16 seine Mutter beim Arzt für sich anrufen zu lassen wird irgendwann seltsam. Also sagte ich mir immer wieder „Los trau dich jetzt da anzurufen.“ Und siehe, da: Die Angst wurde weniger. Außerdem hatte ich spätestens nach meinem Auszug keine Wahl mehr. Ganz nach dem Motto: „Fake it till you make it“ stellte ich am Telefon die super selbstbewusste und erwachsene Lady dar, während ich mit schweißnassen Händen und vorbereitetem Text am Telefons saß. Mittlerweile stellt telefonieren (fast) kein Problem mehr dar.
  4. Als ich bei Castings gesungen und getanzt habe, obwohl ich beides nicht kann: Ich hatte eine Phase, da bin ich jede Woche auf Castings gegangen. Es ging um größere und kleinere Werbejobs als Klein- oder Nebendarstellerin. Zudem war ich jahrelang als Komparsin tätig und ich glaube ich musste in dieser Zeit am häufigsten meine Komfortzone verlassen:

    Ich sollte ohne Musik beim Dreh tanzen, in einer Tagesrolle Text sagen, alleine ein verstecktes Set mitten in Berlin finden (…) Doch meine krasseste Erfahrung waren die Castings, wo ich ganz alleine im Fokus stand. Ich hatte nie richtigen Schauspielunterricht und eines Tages ging ich auf ein Casting mit vier anderen Bewerbern. Sie alle stellten sich als ausgebildete Schauspieler mit Dreherfahrung vor. Ich dachte nur noch: „Weg hier! Was zum Teufel soll ich hier?“. Wir sollten zusammen mehrere Szenen spielen, die aufgenommen wurden. Eine Szene war verrückter als die nächste. Wir sollten zusammen singen und tanzen. Und vor Allem singen gehört zu den Dingen, die ich am allerwenigsten kann. Meine Mitmenschen stöhnen stets entnervt auf, wenn ich mal wieder meinen Gesang zum Besten gebe.

    Dann eine meiner größten Challenges: Plötzlich beschloss der Casting Director, dass alle einzeln vor die Kamera sollten und dort singen und tanzen müssen. Es sollte das Kinderlied „Theo – Der Bananenbrot-Song“ angepasst an den Text für die Werbung performt werden. Alle der Mitbewerber hatten also eine Schauspielausbildung, wo meist auch Gesangstraining inbegriffen ist. Sie zeigten alle ihre Talente. Dann war ich dran. Und Leute, ich dachte mir nur noch: „Ist mir alles egal- Trau dich!“ und tanzte und sang was das Zeug hielt. Ich bin so froh, dass ich diese Aufnahmen niemals sah. Das Witzigste: Das Casting hatte noch viel mehr Mitbewerber und ich kam tatsächlich in die letzte Auswahlrunde, weil sie mich anscheinend gut fanden.

  5. Als ich mich getraut habe, Geld in mich zu investieren: Dieser Punkt kling vielleicht seltsam. Aber es geht um persönliche Weiterentwicklung. Ich habe im Laufe meines Lebens schon viel Geld für mich ausgegeben: Für Kinobesuche, Shoppen oder Essen. Aber ich habe nie wirklich in MICH und meine Weiterentwicklung investiert. Mittlerweile kaufe ich mir teure Videokurse und Bücher, um an wichtige Erkenntnisse zu kommen. Erst fühlt es sich verrückt an, so viel Geld dafür auszugeben. Doch für mich hat es sich stets gelohnt und ich liebe es mich selber auf das nächste Level zu bringen.

Was war dein „Trau dich – Moment“? Nimm gerne auch an der Blogparade teil oder schreibe deinen Moment in die Kommentare! Auch der kleinste Moment zählt.