Auf meinem Blog war es längere Zeit still. Was war los? Die Uni, Stress und eine mehr oder weniger starke Überforderung. Dieses Wochenende mache ich einen Schauspielworkshop! Eine Aufgabe zur Vorbereitung war es, einen persönlichen Monolog zu verfassen, über etwas, das man gerne mitteilen möchte. Ich finde es immer sehr spannend, in die „Gedanken“ von anderen Menschen zu blicken. Und deswegen hier mein Monolog, mit meiner Geschichte:

persoenliche Gedanken

„Ich bin endlich auf dem richtigen Weg. Und diesmal ist das kein Zufall, kein Glück. Sondern eine bewusste Entscheidung. Ich traue mich Dinge anzugehen, vor denen ich immer Angst hatte. Nein, ich bin jetzt nicht angstfrei. Aber ich verlasse meine Komfortzone, weil ich weiß, dass es sich lohnt. Und manchmal zweifle ich, manchmal weine ich. Aber ich stehe wieder auf.

Ich bin nicht perfekt. Grade habe ich furchtbar viel Stress. Manchmal weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht. Dann will ich hundert Dinge gleichzeitig erledigen und alle gleich perfekt. Dabei weiß ich, dass perfekt nicht gut ist, sondern gut schon perfekt ist. Manchmal schaffe ich es nicht, die Wohnung zu putzen, meine Freunde zu treffen, meine Beziehung zu pflegen, bei meiner Familie anzurufen, meine Projekte zu verwirklichen, gut in der Uni zu sein und gleichzeitig ich zu bleiben. Oft vernachlässige ich dann einen Bereich in meinem Leben. Doch wenn ich das merke, dann ändere ich den Kurs. Irgendwie. Und dabei stolpere ich oft. Doch immerhin realisiere ich, wenn ich vom Weg abkomme.

Ich wusste früher gar nicht, was mein Weg war. Da habe ich gedacht, das Leben besteht aus warten. Warten auf den Moment, an dem ich endlich anfangen darf zu richtig zu leben. An dem ich dankbar bin und glücklich.

Und ich habe akzeptiert, dass ich unglücklich war. Irgendwann war unglücklich sein mein Normalzustand. Ich habe mich schon gar nicht mehr gewundert, wenn es so war. Und deswegen bin ich umso stolzer, dass ich genau jetzt sagen kann, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich erlaube mir glücklich zu sein, ich erlaube mir groß zu träumen, ich erlaube mir Fehler zu machen.

Ich habe vor einigen Monaten meinen Blog gestartet. Und ich merke, dass ich nicht allein bin mit meinen Gedanken. Ich merke, dass es mir gut tut, mich mitzuteilen und dabei anderen zu helfen. Wie sehr ich mich über jede Nachricht, jeden Kommentar freue, in dem ich lese, dass mein Blog jemanden hilft. Oder auch nur, dass ich jemanden zum Lächeln bringen konnte. Der Weg zu meinem Blog ist lang. Er fängt an, als ich als Kind mein erstes halbes Buch geschrieben habe. Er geht weiter mit Urlaubsblogs, die nur meine Freunde gelesen haben. Er geht weiter mit einem Blog, den nie jemand außer ich gesehen hat. Er führt über Zweifel, Krisen vor HTML, Angst vor Ablehnung und einen Klick auf „Veröffentlichen“. Mein Blog führt mich zu weiteren Träumen. Ich möchte anderen Menschen helfen; anders helfen als ich es momentan in meinem Studium lerne.

Der Blog führt mich zu mir selbst.

Ich liebe es kreativ zu sein, mutig zu sein und einen Ausgleich zu meinem Studium zu finden. Trotzdem habe ich Angst vor meinem neuen Weg. Denn der richtige Weg ist irgendwie nicht einfach. Ich weiß, dass viele über mich reden werden. Dass ich mich oft rechtfertigen muss, dass ich Ziele habe, die nicht jeder versteht. Ich spüre die Erwartungen von so vielen Menschen auf mir und weiß, dass ich sie nicht alle erfüllen kann. Eigentlich weiß ich auch, dass ich das gar nicht muss. Trotzdem verstecke ich mich oft noch, einfach um dem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Ich versuche die Konfrontation hinauszuzögern, noch ein wenig mein altes Ich zu sein. Doch ich habe ganz schön viele „Ichs“ angesammelt auf meinem neuen Weg. Ich hoffe, dass ich bald zu meinem einen wahren Ich stehen kann. Ich bin endlich auf dem Weg zu mir. Ich werde bestimmt noch oft vom Weg abkommen, aber grade gehe ich in die richtige Richtung.“

Wie gefallen euch Texte dieser Art? Ich freue mich über Feedback!