Wir alle sehnen uns nach positiven Emotionen wie Freude. Genauso sehr lassen wir uns von unseren Gefühlen und Emotionen leiten. Doch welche Auswirkungen haben positive Emotionen wirklich auf unser Leben?

Was sind positive Emotionen ?

Wenn man es ganz genau nimmt, ist eine Emotion eine „innere Empfindung, die angenehm oder unangenehm empfunden und mehr oder weniger bewusst erlebt wird“ (Quelle). Das hört sich erstmal sehr trocken an. Bei einer Emotion laufen verschiedene Prozesse ab. Auf der einen Seite ist eine Emotion einfach ein Gefühl, wie zum Beispiel Freude. Doch zu einer Emotion gehört noch mehr. Sie ruft physiologische Reaktionen wie die Steigerung des Blutdrucks hervor. Außerdem verarbeitest du diese Gefühle durch Interpretation, Erinnerung oder Erwartung.

Welche positiven Emotionen gibt es?

Laut Barbara Fredickson sollte man vor Allem die folgenden zehn positiven Emotionen betrachten:

  • Freude
  • Dankbarkeit
  • Heiterkeit, Gelassenheit
  • Interesse
  • Hoffnung
  • Stolz
  • Inspiration
  • Vergnügen
  • Ehrfurcht
  • Liebe

Warum gibt es nicht nur positive Emotionen?

Wäre die Welt nicht wunderschön und kunterbunt hätten wir nur positive Emotionen !? Wozu brauchen wir überhaupt negative Emotionen?

Neben den tieferen und philosophischeren Gründen gibt es einen ganz einfachen:
Unser Gehirn musste früher als Gefahrensensor funktionieren! Ein Grundbedürfnis des Menschen ist es sein Überleben zu sichern und vor Allem früher war dies für unser Gehirn kein einfacher Job. Gefahren mussten rechtzeitig abgewehrt werden, wir mussten aufpassen nicht zu verhungern oder in der Kälte zu sterben. Der Mensch musste sich vor Allem auf mögliche Gefahren konzentrieren und nicht auf die „einfachen“ und „schönen“ Dinge im Leben, die quasi eh gut gehen.
Mehr zum Thema katastrophisches Hirn kannst du hier lesen.

Die unglaublichen Auswirkungen von positiven Emotionen

Während wir uns bei negativen Emotionen wie Furcht nur auf die Problemlösung konzentrieren und alles andere ausblenden öffnen uns positive Emotionen ganz neue Horizonte! Sie machen uns offener, freier und zugänglicher. Während wir durch die Emotion Furcht „gezwungenermaßen“ schreiend weglaufen, haben wir bei positiven Emotionen meist keine vorprogrammierten Reflexe und Verhaltensmuster. Leider nehmen wir positive Gefühle nicht so intensiv wahr wie die negativen.

Die folgenden Auswirkungen können positive Emotionen haben:

  1. körperliche Ressourcen wachsen (Verbesserung der Immunstärke, Krankheitsdauer und Stärke der Symptomatik)
  2. soziale Ressourcen wachsen (positive Beziehungsqualität, soziales Feingefühl)
  3. intellektuelle, emotionale und handlungsbezogene Ressourcen wachsen (Selbstwirksamkeit, Selbstakzeptanz, Optimismus, Flexibilität im Verhalten, Sinnerleben, Achtsamkeit)
  4. „Undoing Effect“: Positive Gefühle können die Konsequenzen negativer Emotionen abschwächen und ausgleichen
  5. Aufbau einer psychischen Widerstandskraft durch regelmäßiges Erleben von positiven Emotionen

Studien zu positiven Emotionen

Es gibt Studien, die beweisen konnten, dass sich positive Gefühle wirklich positiv auf die Lebensdauer und Gesundheit auswirken können! So wurden beispielsweise in einer Studie von Hilary Tindle 97.253 gesunde Frauen nach der Menopause durch Persönlichkeitstests nach pessimistischen und optimistischen Lebenseinstellungen eingeteilt. Nach acht Jahren Beobachtung wurde das Viertel der optimistischen Frauen mit dem Viertel der pessimistischen Frauen verglichen. Im Ergebnis zeigte sich, dass 60 von 10000 Pessimisten eine koronare Herzkrankheit hatten und 63 in der Versuchszeit verstarben. Von den Frauen mit der positiven Lebenseinstellung erkrankten lediglich 43 und 46 starben. Auch der Psychologe Ralf Schwarzer stellte anhand 600 Herz- und Lungenpatienten fest, dass Optimisten nach der Operation zufriedener waren, sich besser erholten, und schneller wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrten.
Schon jetzt seht ihr, dass es sich absolut lohnt, mit dem Thema der positiven Emotionen auseinanderzusetzen.

Glücklich

Positive Emotionen – Fazit

Oft sieht man sich als Opfer seiner Umstände. Geschieht etwas Negatives, entstehen negative Gefühle und Emotionen. Lässt man diese über einen längeren Zeitraum hinweg zu, handelt man selbst ebenfalls kontraproduktiv und blockiert sich selbst und seine Ziele. Positive Emotionen wirken sich nicht nur toll auf deine Psyche, sondern auch auf deine körperliche Gesundheit aus.
Umso wichtiger ist es, positive Emotionen im Leben zu integrieren. Im nächsten Post werde ich dir einige Methoden vorstellen, wie du bewusst positive Emotionen hervorrufen kannst.

Mit welcher positiven Emotion verbindest du am Meisten? Freude und Liebe spielen in meinem Leben eine große Rolle, doch ich habe auch die Dankbarkeit für mich entdeckt.

Hauptquelle: Daniela Blickhan- Positive Psychologie- Ein Handbuch für die Praxis, Paderborn: Jungfermann Verlag.