Wir alle möchten uns unser Traumleben aufbauen. Niemand lebt gerne in einer Situation, wo er sein Potential nicht entfalten kann und sich nur gewzungen fühlt, bestimmte Dinge zu tun. Seit ich mich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftige, treffe ich auf extrem motivierte Menschen. Ganz Social Media ist voll von Weltverbesserern, Jungunternehmern, Weltreisenden oder erfolgreichen Models. Ich möchte mir auch mein eigenes Traumleben kreieren. Das braucht Zeit. In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, mein Traumleben müsste jetzt sofort anfangen. Doch grade das hat mich unglücklich gemacht und die Frage aufgeworfen: Wie schnell kann man sich sein Traumleben wirklich aufbauen?

Traumleben aufbauen in jungen Jahren

Ich bin 21 Jahre alt, lebe in einer glücklichen Beziehung, habe eine eigene Wohnung und studiere. Hört sich eigentlich doch schon ziemlich gut an. Trotzdem habe ich viele weitere Ziele, die ich am liebsten jetzt und sofort erreichen würde. Natürlich braucht das Zeit, aber machmal würde ich so gerne jetzt schon an dem Punkt stehen, wo ich absolut zufrieden mit meiner momentanen Situation bin. Aus der spirituellen „Szene“ höre ich Dinge wie: „Liebe dich selbst, genieße den Moment.“, von Erfolgscoachs höre ich oft „Nur aus Schmerz kannst du dich weiterentwickeln. Arbeite hart an dir.“ Kann man mit 21 Jahren überhaupt schon so im Leben stehen, dass man sein Traumleben aufgebaut hat?

Vor ein bis zwei Jahren sah mein Leben noch lange nicht wie mein Traumleben aus. Ich war in negativen Gedankenmustern gefangen, hatte Angst vor meiner Zukunft, wusste kaum etwas mit mir anzufangen. Zwar steigere ich mich kontinuierlich, aber trotzdem scheint es meinem Unterbewusstsein noch nicht zu reichen. Dann gehe ich auf Instagram und Co und sehe junge Menschen in meinem Alter, die scheinbar schon alles erreicht haben. Menschen, die unabhängig und frei leben. Youtuber, die mit ihrem Hobby Geld verdienen und gleichzeitig die Welt bereisen können.

Das Traumleben kommt nicht von alleine

Mein Fehler bei der Sache: All diese erfolgreichen Menschen haben einmal klein angefangen. Niemand von ihnen ist auf die Welt gekommen und war erfolgreich. Seine Träume zu erfüllen braucht meistens viel Zeit. Ich bin bereit, für meine Ziele hart zu arbeiten und auch Opfer zu bringen. Tief in mir drinnen weiß ich, dass ich viele meiner Ziele erst in ein paar Jahren erreichen werde.

Früher war es selbstverständlich, erst nach Jahren harter Arbeit den Erfolg „abzusahnen“. Teils wurde sogar erst auf die Rente hingearbeitet, um es sich dann, nach einem harten Leben, endlich gut gehen zu lassen.
Ob es an Social Media oder den unendlichen Optionen für junge Menschen liegt: Ich habe das Gefühl, heute muss für jeden der Erfolg besonders schnell kommen. Wir haben keine Geduld mehr, wollen in jeder Minute glücklich sein und am liebsten schon sofort alles erreichen.

Natürlich übertreibe ich auch etwas. Aber die jungen Generationen haben ein ganz anderes Mindset. Wir wollen uns unbedingt selbst verwirklichen und einen Sinn in unserem Leben sehen.

Wie der Wunsch nach meinem Traumleben unglücklich macht

Leider bin ich momentan in einer Situation gefangen, die mich zwiegespalten zurücklässt:
Ich arbeite als Werkstudentin neben meinem Studium. Mein Studium ist enorm zeitaufwendig. Ich möchte mich gesund ernähren und regelmäßig zum Fitness gehen. Gleichzeitig habe ich mit diesem Blog ein Herzensprojekt gestartet, in das ich am liebsten meine ganze Energie stecken würde.
Irgendwie macht es mich unglücklich, so viele Dinge tun zu „müssen“, die ich gar nicht machen will. Die Zeit, die ich für ungeliebte Module in der Uni investiere, würde ich lieber in eigene Projekte stecken. In der Zeit, in der ich Excel-Tabellen für meinen Arbeitgeber erstelle, könnte ich zum Sport gehen. Ich möchte die Welt bereisen, anstatt in meinem Zimmer zu sitzen.
Versteht mich nicht falsch: Mein Studium hat auch viele interessante Module und auch in meinem Werkstudentenjob konnte ich schon viel lernen. Trotzdem ist mein momentanes Leben noch nicht mein Traumleben.

Ich habe erst in meinem letzten Weekly Learning davon gesprochen, dass ich oft zu undankbar bin.
Momentan versuche ich mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, ganz nach dem Motto: „Jetzt reiß dich mal zusammen, ist doch Jammern auf hohem Niveau.“
Trotzdem habe ich Angst, dass ich zu viel Zeit verschwende. Man sagt ja immer so schön: „Lebe jeden Tag, als sei es dein letzter.“ Würde ich meinen letzten Tag damit verbringen wollen, den halben Tag in der Uni zu sitzen und den restlichen Tag auf Arbeit zu verbringen, Wäsche zu waschen, einzukaufen und dann schlafen zu gehen?

Wie ich nun mit dem Wunsch nach meinem Traumleben umgehe

Ich denke, ich sollte meine momentane Situation als Sprungbrett ansehen. Ich weiß, wofür ich mein Studium mache. Mir ist bewusst, wofür ich all den momentan Stress auf mich nehme. Ich arbeite auf meine Ziele hin und muss auch akzeptieren, wenn mal nicht alles perfekt läuft. Auch hier spielt wieder der Druck perfekt sein zu wollen, eine wichtige Rolle. Das Leben ist nicht perfekt und ich bin es auch nicht.

Ja: Ich will unbedingt eines Tages mein Traumleben leben. Ich möchte frei und selbstständig arbeiten, viel Geld verdienen und am Meer wohnen. Mehr als einmal im Jahr möchte ich die Welt bereisen, ich möchte einen Job mit Sinn ausüben. Für meine Ernährung und Sport will ich genug Zeit und Geld haben. Und noch so viel mehr.

Muss ich das alles schon jetzt erreicht haben?: Nein!

Der Druck dauerhaft glücklich und erfolgreich zu sein, ist für mich nicht gesund. Es ist normal, mit 21 Jahren noch kein perfektes Traumleben zu führen. Ich gebe einfach alles dafür, mir mein Leben so positiv wie möglich zu gestalten und dankbar für alles zu sein, was ich bis jetzt schon erreichen durfte.

Außerdem wissen wir ja alle, dass der Schein so oft trügt. Auch die „perfekten“ Instagram-Stars sitzen manchmal unzufrieden in ihren Zimmern und haben unerfüllte Ziele.

In diesem Sinn: Lassen wir uns nicht entmutigen und arbeiten so lange an unseren Zielen, bis wir unser Traumleben aufgebaut haben.

Hast oder hattest du schonmal ähnliche Gedanken? Wie gehst du mit deinem Wunsch nach einem Traumleben um? Oder lebst du sogar schon dein Traumleben?