Unglücklich sein ist viel zu oft ein Tabu-Thema. Dabei hat wirklich jeder Mensch Phasen im Leben, in denen es ihm schlecht geht. Doch weil man zu selten darüber spricht, sich kaum einer traut ehrlich zu sein, sind scheinbar alle glücklich. Zusammen mit Anna und ihrem Beitrag möchte ich dazu ermutigen, auch zu schlechten Phasen im Leben zu stehen und dir helfen mit diesen Zeiten umzugehen.

Unglücklich sein während alle im Umfeld glücklich sind

„Wie geht’s dir?“ Eine Frage, die man sich in Whatsapp-Chats, bei Familien-Treffen und in der Schule/Uni/Arbeit stellt. „Ganz gut.“, ist die Antwort, die immer geht. „Müde“, „gestresst“, „erkältet“, stehen auch hoch im Kurs. Doch was, wenn es einem gar nicht gut geht? Wenn man Nachts weinend im Bett liegt und an allem zweifelt? Spricht man das auf der Party an, wenn alle betrunken im Wohnzimmer tanzen? Auf dem Mädelsabend, an dem Klatsch und Tratsch ausgetauscht wird? Scheinbar geht es ja keinem ähnlich. Auch ich bin lange Zeit davon ausgegangen, dass alle in meinem Umfeld mehr oder weniger glücklich sind. Dass sie zwar Alltagsprobleme haben, aber trotzdem zufrieden sind. Und wenn man dann selbst in einer tiefen Krise steckt, gibt man das ungern zu. Oft schämt man sich beim Thema „unglücklich sein“, will sich anderen gegenüber nicht verletzlich geben.

Kein Mensch ist immer nur glücklich.

In deinem Umfeld befindet sich fast immer eine Person, der es grade ganz ähnlich geht. Nur gibt es selten Situationen, in denen so etwas zu Sprache kommt. Social-Media unterstützt das falsche Bild vom „dauerglücklichen Umfeld“ zusätzlich. Wenn du durch meinen Instagram-Feed scrollst, wirkt zunächst auch alles positiv. Als sei ich jeden Tag glücklich und motiviert. Ich schreibe zwar absichtlich in den Bildbeschreibungen, was mich wirklich beschäftigt, aber trotzdem gebe auch ich mich zunächst positiv. Auf Facebook siehst du, wie deine Freunde im Urlaub sind, einen neuen Studienplatz oder Job annehmen oder tausend Festivals besuchen. So funktioniert unsere Welt, wir präsentieren uns nach außen von unserer besten Seite. Aber das Leben hat nunmal zwei Seiten.

Meine Erfahrungen mit dem Unglücklich sein

Ich hatte zum Ende meiner Schulzeit eine Phase im Leben, in der es mir nicht gut ging. Private Probleme summierten sich mit dem Druck von Außen. Irgendwie wusste ich nicht mehr was ich vom Leben will, wer ich eigentlich bin und philosphierte ein wenig zu sehr über den Lebenssinn. Jeder Liebeskummer schien einem Weltuntergang zu gleichen und ich hatte das Gefühl, keiner würde mich verstehen. Ich steigerte mich immer mehr hinein in meine negativen Gefühle und Gedanken. Natürlich hatte ich auch „echte“ Probleme, die ich zu dem damaligen Zeitpunkt nicht verarbeiten konnte. Mein Ausgleich waren Partys, meine Freundschaften eher oberflächlich. Niemand wusste, wie schlecht es mir ging. Ich gab mich als lustiges Partygirl, bis der Alkohol dann manchmal aufgestaute Gefühle hochholte und ich mit meinen Freundinnen heulend im Badezimmer saß. Doch genau das war der Punkt: Meine Freundinnen fingen auch an zu weinen. Auch sie hatten Probleme, die sie tagtäglich verdrängten. Durch den Alkohol trauten wir uns dann mal loszulassen. Und das ist verdammt traurig. Trotzdem redeten wir viel zu selten über unsere Probleme. Ich fiel in ein wirkliches Loch, aus dem ich lange Zeit nicht herauskam. Ich verschloss mich, weinte viel und war unglaublich deprimiert. Es war mehr,als die typische Findungskrise, ich hatte einfach keine Kraft mehr.

Unglücklich sein – Was du tun kannst

Es gibt verschiedene Arten vom Unglücklich sein. Du kannst einfach einen schlechten Tag haben und kurzzeitig unglücklich sein. Das ist vollkommen in Ordnung! Freude und Trauer gehören gleichwertig zum Leben. Nimm deine Traurigkeit bewusst wahr, weine ruhig auch. Aber nach Stunden voll trauriger Musik und Heulkrämpfen tut es mir meist gut, in die „Realität“ zurückzukehren. Ich schreibe meine Gefühle gerne auf, um sie zu verarbeiten. Außerdem tut es mir gut, rauszugehen. Triff dich mit Freunden, mache Sport oder gehe einfach nur spazieren! Man muss oft einfach nur mal raus aus seiner „Höhle der Traurigkeit“, etwas frische Luft atmen und schon merkt man, dass alles halb so wild ist.

Wenn du eine längere Phase hast, in der du unglücklich bist, solltest du dir Hilfe suchen. Dies können Freunde, Familie, dein Partner, ein Vertrauenslehrer oder auch Experten wie Psychotherapeuten sein.
Ich habe in meiner Krisenzeit eine Person gefunden, der ich mich anvertrauen konnte.

Es befreit unglaublich, seine wahren Gefühle zu zeigen.

Reden wird dir eine Last von der Seele nehmen und dir oft zeigen, dass hinter deiner Traurigkeit Gründe stecken, die du selbst in die Hand nehmen kannst. Vielleicht bist du unglücklich im Studium, Job oder in der Schule. Auch deine Beziehung kann der Grund sein, warum du unglücklich bist. Der beste Nebeneffekt, wenn du dich jemanden aus deinem Umfeld anvertraust ist, dass in vielen Fällen auch dein Gegenüber sich öffnen wird. Du wirst merken, dass wir alle eine unsichere und verletzliche Seite in uns haben. Und das ist okay. Wenn du darüber sprichst, wird dir einiges klar werden:

Die meisten Dinge, kannst DU verändern

Ich habe mich lange Zeit als Opfer meiner Umstände gesehen und nicht realisiert, dass nur ICH mich wieder glücklich machen kann. Nur DU kannst entscheiden, von welchen Erlebnissen du dich ein Leben lang runterziehen lässt oder ob du sie nutzt um zu wachsen und nach vorne zu blicken. Nur DU kannst dir dein perfektes Leben aufbauen. Setze dir neue Ziele, die dich glücklich machen. Du willst ein Buch schreiben? Fang heute damit an. Deine Freunde ziehen dich runter? Versuche dir ein neues Umfeld aufzubauen. Natürlich gibt es Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben. Aber die meisten Probleme, kreieren wir nur in unserem Kopf. Irgendwann hatte ich mich schon daran gewöhnt, unglücklich zu sein. Aber es ist nicht normal, nur unglücklich zu sein. Du hast das Recht auf ein erfülltes Leben. Und es IST möglich, aus jeder schweren Phase wieder rauszukommen.

Unglücklich sein und Depressionen

Depressionen sind nicht das selbe wie Unglücklich sein. Zu einer Depression gehören viele Symptome. Wenn du jedoch das Gefühl hast, dass dein Unglücklich sein mehr ist als eine vorübergehende Phase, solltest du dem nachgehen. Wende dich an jemanden, der dir helfen kann! Mehr Informationen zum Thema findest du unter Anderem hier.

Unglücklich sein – Fazit

Wir alle sollten offener mit schweren Phasen in unserem Leben umgehen. Schüttel deine Fassaden ab und sei ehrlich zu deinem Umfeld. Niemand sollte sich schämen, wenn es ihm schlecht geht! Um noch einen ehrlichen Beitrag zum Thema Unglücklich sein zu lesen schau unbedingt bei Anna vorbei!

Teilt mir unbedingt eure Meinung zu dem Thema in den Kommentaren mit! Wie geht ihr mit schweren Phasen in eurem Leben um?