1. Wie alt sollte ich sein, wenn ich von Zuhause ausziehen will?
  2. Welche Vorteile und Nachteile gibt es, wenn du von Zuhause ausziehst?
  3. Diese Tipps helfen beim Alleine wohnen

Von Zuhause ausziehen, einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Die erste eigene Wohnung bringt viele Vorteile aber auch einiges an Verantwortung mit sich. Vielleicht wohnen in deinem Freundeskreis bereits alle in ihrer eigenen Wohnung und auch du möchtest dich nun endlich in das Abenteuer wagen. Oder aber es wohnen in deinem Umfeld noch alle bei ihren Eltern und du bist auf der Suche nach Tipps zum Auszug. Ich selbst lebe jetzt seit über zwei Jahren allein und habe mich in dieser Zeit enorm weiterentwickelt. Wenn du von Zuhause ausziehen willst, erfährst du hier meine Pro und Contra Punkte, Erfahrungen und Tipps.

Von Zuhause ausziehen mit 19

Wie alt sollte man sein, wenn man ausziehen möchte? Ich denke das kommt immer ganz auf die Umstände an, unter denen man Zuhause lebt. Um unter 18 Jahren ausziehen zu können, brauchst du das Einverständnis deiner Eltern. Nur unter besonderen Umständen (z.B. häuslicher Gewalt) kann deinen Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen werden. Wenn du Zuhause keine besonderen Umstände hast, würde ich bis zur Volljährigkeit mit dem Auszug warten. Dann bist offiziell nur du für dich selbst verantwortlich.

Ich selbst bin mit 19 von Zuhause ausgezogen und bin im Nachhinhein sehr zufrieden mit diesem Zeitpunkt. Glücklicherweise habe ich mich mit meinen Eltern immer gut verstanden und habe mich sehr wohl Zuhause gefühlt. Als ich dann die Chance bekam, in meine erste eigene Wohnung zu ziehen, fingen die Überlegungen an:

  • Bin ich schon reif genug?
  • Ich habe Angst davor, von Zuhause auszuziehen.
  • Werde ich verhungern und nur noch in dreckigen Klamotten herumlaufen?

Tatsächlich war ich die erste in meinem Freundeskreis, die von Zuhause ausgezogen ist. In dieser Zeit bin ich unglaublich gereift und habe aus meiner Sicht die größte Entwicklung gemacht. Ich denk es gibt kein „perfektes“ Alter, um auszuziehen. Man sollte sich jedoch gut überlegen, ob man selbst/ die Eltern sich die Wohnung finanzieren können. Auch sollte man verantwortungsbewusst sein und bereits Zukunftspläne haben. Es wäre sehr ärgerlich, wenn man eine Wohnung hat und dann feststellt, dass man beispielsweise in einer ganz anderen Stadt studieren möchte.

Von Zuhause ausziehen – Pro und Contra

Ein Auszug ist nichts, was man mal eben so entscheidet und sollte vor Allem nicht aus einer negativen Emotion heraus beschlossen werden (Nach dem Motto: Meine Eltern nerven mich, ich ziehe aus.). Für mich überwiegen defintiv die Vorteile der ersten eigenen Wohnung, aber ich hätte auch gut noch eine Weile bei meinen Eltern bleiben können.
Von Zuhause ausziehen

Von Zuhause ausziehen – Pro

  • Du fängst an, dich wirklich erwachsen zu fühlen. Klar am 18. Geburtstag habe ich mich schon super cool und erwachsen gefühlt. Aber so richtig erwachsen wird man erst, wenn man einmal wirklich nur auf sich gestellt ist.
  • Dir nimmt niemand mehr die unangenehmen Sachen ab, wodurch du selbstbewusst wirst und immer mehr dazu lernst. Mein Lieblingsbeispiel: Selbst beim Arzt & Co anrufen.
  • Du hast jeden Tag „Sturmfrei“ und bist somit niemanden Rechenschaft für deine Aktivitäten schuldig. Du kannst also theoretisch jeden Tag Freunde einladen und Party machen. Letztendlich habe ich das „sturmfreie Leben“ anfangs eher dafür genutzt lauthals schief zu singen, den ganzen Tag im Schlafanzug herumzulaufen und Geschirr länger zu stehen zu lassen als zuvor „erlaubt“ war.
  • Wenn du von Zuhause ausziehst, kannst du einen Neuanfang wagen. Ich persönlich habe wieder angefangen meine kreative Ader auszuleben,bin Vegetarierin geworden und habe meine gesamte Lebenseinstellung verändert.
  • Die Beziehung zu deiner Familie wird „freundschaftlicher“. Willst du von Zuhause ausziehen, brauchst du keine Angst zu haben, dass dein Verhältnis zu deinen Eltern schwieriger wird. Wenn man sich zuvor wenig Kleinigkeiten im Alltag gestritten hat, freut man sich nach dem Auszug auf Treffen mit den Eltern. Du kannst selbst entscheiden, wie oft du deine Familie sehen willst und wenn ihr euch wiederseht hast du viel zu erzählen.

Von Zuhause ausziehen – Contra

Trotzdessen kann der Auszug in die erste eigene Wohnung auch ein paar Nachteile haben. Diese sind jedoch wieder sehr subjektiv und können von dir ganz anders wahrgenommen werden.

    • Niemand kocht für dich, putzt oder wäscht die Wäsche. Ich war eins der glücklichen Kinder, die nie viel im Haushalt helfen mussten. Entsprechend überfordert war ich dann, als ich realisierte, dass ich nichtmal weiß wie lange Kartoffeln kochen müssen und was die Symbole auf den Waschanleitungen bedeuten.
    • Der Vorteil, dass du „sturmfrei“ hast, ist auch ein Nachteil. Wenn du wirklich alleine lebst und nicht einer WG, wird nicht jeden Tag nachgefragt, wie es dir geht oder isst zusammen mit dir. Es könnte also etwas einsam werden. Da ich eh viel Zeit für mich brauche, habe ich mich aber sehr schnell an das „Alleine sein“ gewöhnt und es eher genossen.
    • Du musst viel mehr Geld einplanen, wenn du von Zuhause ausziehen möchtest. Unterschätze nicht, wie viel Geld man ausgeben muss, wenn man alleine lebt. Je nachdem wie viel Unterstützung du von deinen Eltern bekommst, musst du Miete, Strom, Gas, Einrichtung, den Wocheneinkauf & Co selbst finanzieren.
    • Du hast weniger Zeit. Dadurch, dass du dich jetzt um alle lästigen „Erwachsenendinge“ selbst kümmern musst, hast du weniger Freizeit oder solltest zumindest dein Zeitmanagement überdenken.

von Zuhause ausziehen Wäsche

Von Zuhause ausziehen – Tipps

    1. Ziehe zu einer Zeit von Zuhause aus, wo du grade keinen oder wenig Stress hast. In den ersten Wochen nach dem Umzug wirst du noch genug mit Einrichtung, Einleben und organisatorischen Dingen zu tun haben.
    2. Frage rechtzeitig in deinem Bekanntenkreis nach motivierten Umzugshelfern und kümmere dich um einen Transporter. Pizza ist übrigens immer ein toller Ansporn.
    3. Auch musst du rechtzeitig an alle organisatorischen Dinge wie: Telefon- und Internetanschluss anmelden, Strom und Gas anmelden, beim Einwohnermeldeamt ummelden kümmern.
    4. Wenn man von Zuhause auszieht, kann es sein, dass man in der ersten Nacht alleine etwas Angst in der neuen Wohnung hat. Frage doch eine(n) Freund(in), ob jemand in der ersten Nacht bei dir übernachtet.
    5. Dir nimmt wirklich niemand mehr die Arbeit ab, also gib es auf, auf eine Hauselfe zu warten. Es bringt nichts, den Haushalt aufzuschieben, also versuche von Anfang an eine Routine in die anstehenden Aufgaben zu bringen. Vielleicht legst du dir feste Putztage fest.
    6. Mach dir den Haushalt so spaßig wie möglich. Ich drehe gerne meine Lieblingssongs laut auf, um mich zu motivieren.
    7. Hefte deine Unterlagen gut weg. Auch ich muss immer wieder schmerzlich lernen, dass man wichtige Unterlagen so abheften sollte, dass man sie auch schnell wiederfindet. Also erstelle dir Ordner für bestimmte Themen und lass Briefe nicht tagelang durch die Wohnung fliegen.
    8. Genieße deine neue Freiheit. Neben allen Pflichten und Herausforderungen darfst du auch einfach mal die coole Zeit in deiner neuen Wohnung genießen.

    Fazit: Von Zuhause ausziehen

    Ich habe es nie bereut, von Zuhause ausgezogen zu sein. Durch die neuen Aufgaben bin ich selbstständiger, selbstbewusster und auch wieder kreativer geworden. Trotzdem sollte man den Schritt der ersten eigenen Wohnung nicht unterschätzen, seine finanzielle Lage abgesichert haben und alles gut vorbereiten.

    Seid ihr schon von Zuhause ausgezogen und wie habt ihr diese Zeit wahrgenommen?