Entscheidungen treffen fällt eigentlich niemandem leicht. Doch ich bin eine Person, der jede Entscheidung schwer fällt. In den letzten Wochen musste ich eine gefühlt riesige Entscheidung treffen, die dann letztendlich doch gar nicht so groß war. Im heutigen Post möchte ich dir eine Motivationsspritze für deine nächste Entscheidung geben.

Alltagsentscheidungen treffen

Ich konnte schon als Kind keine Entscheidungen treffen. Es fing an, als ich im Spielzeuggeschäft stand und mich zwischen den 20 Barbiepuppen nicht entscheiden konnte. Die eine hatte zwar schöne blonde Haare, aber dafür hatte die andere so ein tolles Prinzessinnenkleid an. Und hätte meine Mutter mir nicht immer wieder mehr oder weniger die Entscheidung abgenommen, hätte ich den Laden wohl nie wieder verlassen. Heutzutage kann ich mich nie entscheiden, in welches Restaurant ich gehen möchte. Vielleicht kommt dem einen oder anderen die folgende Situation bekannt vor:

Mein Freund: „Wo möchtest du denn Essen gehen?“
Ich: „Och du, das ist mir eigentlich egal.“
Er: „Chinesisch.“
Ich: „Ne keine Lust.“
Er: „Italienisch?“
Ich: „Hmm. Weiß nicht.“

Diese Art von Diskussion kann dann schonmal zehn Minuten gehen und das Dumme ist:

Oft wissen wir insgeheim schon ganz genau, was wir wollen.

Trotzdem hindert uns irgendetwas daran, eine Entscheidung zu treffen.

Große Entscheidungen treffen

Es gibt viel größere Entscheidungen als diese, aber ich möchte euch trotzdem an meiner Erfahrung teilhaben lassen:

Ich habe vor vier Monaten einen Nebenjob als Werkstudentin angenommen. Ich arbeite im Online-Marketing in einem Start-Up und anfangs dachte ich auch, dass Online-Marketing ein potentieller Zukunftsberuf für mich ist. Letztendlich musste ich mir eingestehen, dass mir die Aufgaben nicht liegen und mich auch nicht erfüllen. Ich gab trotzdem jedes mal mein Bestes, denn der Perfektionist in mir ist immer noch nicht vollkommen besiegt. Auch wenn der Job nur 2 Tage in der Woche einnahm, zog er mir viel von meiner Energie ab. Ich konnte aus dem Nebenjob viel Wissen mitnehmen und auch der Verdienst ist für einen Studenten wohl nicht ganz uninteressant. Innerlich war mir dann aber klar, dass es mich in eine andere Richtung zog. Ich lernte Leute im Internet kennen, die ihre Träume erfüllen, ihre eigenen Projekte anfangen und mir das Gefühl gaben, alles sei möglich.

Der einfache Weg war es, einfach im Nebenjob zu bleiben. Trotzdem konnte ich nicht die Entscheidung treffen, zu kündigen. In meinem Kopf tobte der kleine Sicherheitsfreak und gesellte sich zu dem Perfektionisten. Die Beiden redeten ständig auf mich ein: „So ein Job im Marketing bekommst du nicht so einfach, du solltest dankbar sein. Du musst Dinge, die du angefangen hast, auch zu Ende bringen. Ein Werkstudentenjob macht dich „besonders“ und gibt dir bessere Chancen im Bewerbungsprozess.“

Ich versuchte mir also einzureden, dass Online-Marketing und ich schon noch Freunde werden würden und dass ich mich einfach nur zusammenreißen muss. Wer hätte es geahnt? Wenn man Entscheidungen vor sich herschiebt, geht es einem immer und immer schlechter. Mein Unterbewusstsein arbeitete permanent an meinem scheinbar so schlimmen Problem und ich war nur noch gestresst. Es hat sich falsch angefühlt, diesen einfachen Weg zu gehen, während mein Herz in eine andere Richtung wollte.

Wie ich die Entscheidung getroffen habe

Familie und Freunde um Rat fragen

Um die Entscheidung „Kündigung vs. Job“ zu treffen, fragte ich zunächst Familie und Freunde um Rat. Doch jeder von ihnen ist auf irgendeine Art persönlich vorbeeinflusst und will dich (teils unbewusst) in eine Richtung lenken. Trotzdem habe ich auf jeden Fall Glück und kann mich dankbar schätzen, dass mein Umfeld mich immer unterstüzt. Diese Gespräche haben mich meistens bestärkt und mir das Gefühl von Unterstüzung gegeben.
Aufpassen: Wenn dich deine Familie und Freunde oft nur kleinreden und dich nicht unterstützen, solltest du sie nicht in deine Entscheidung einbeziehen!

Entscheidung treffen mithilfe von neutralen Personen

Letztendlich waren es doch neutrale Personen, die mir besonders geholfen haben. Ich bin in vielen Gruppen zum Thema Persönlichkeitsentwicklung auf Facebook anzutreffen. Die Menschen dort sind natürlich auch alle eine „Glaubensgemeinschaft“ aber eindeutig neutraler als Familie und Freunde. Sie haben mich ermutigt auf mein Herz zu hören und den Weg zu gehen, der sich WIRKLICH richtig anfühlt.

Du bist die einzige Person, die die Entscheidung treffen kann

Letztendlich kann, wird und soll dir niemand deine Entscheidung abnehmen. Du hast dieses eine Leben, in dem du an erster Stelle stehst.

Mache deine finale Entscheidung nicht von anderen abhängig.

Du bist die einzige Person, die weiß, was du in deiner jeweiligen Situation brauchst und dich weiterbringen wird. Gestehe dir ein, welche der beiden Optionen dich glücklicher machen wird. In 90% der Fälle tragen wir die richtige Entscheidung schon im Herzen. Die richtige Entscheidung ist oft die schwierigere, aber der Weg wird sich lohnen. Stell dir deine Zukunft vor: Wo wird dich die Entscheidung hinführen? Durch welche der beiden Optionen bist du in der Zukunft am glücklichsten?

Schwäche deine Ängste ab: Oft hilft es auch, sich das Worst Case Scenario vorzustellen
„Wenn ich mich jetzt für eine Option entscheide und sie doch nicht das Richtige ist, was wird schlimmstenfalls passieren? Wäre die Schlimmste mögliche Situation WIRKLICH so schlimm?“

Ich kann im Notfall zum Beispiel immer noch einen anderen Nebenjob finden. Nach meinem Studium werde ich mich wahrscheinlich nochmal in Richtung Psychologie weiterbilden. Bis dahin konzentriere ich mich erstmal auf mein Studium und meinen Blog.

Natürlich tut mir meine Kündigung Leid und ich hätte es mir für alle Beteiligten anders gewünscht. Doch spätestens als ich meine Kündigung abgegeben habe, war mir klar, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Entscheidungen treffen – Fazit

Stresst euch nicht mit Entscheidungen, die euer Herz schon lange vor eurem Kopf getroffen hat. Trefft eine Entscheidung und befreit euch von der Last, sie vor euch herzuschieben!


Was sind eure Erfahrungen? Könnt ihr einfach Entscheidungen treffen, oder habt ihr auch Probleme damit?