In Berlin war alles einfach irgendwie. Nicht richtig perfekt, aber auch nicht schlecht. Ich weiß, wer hier meine Freunde sind, was passieren wird und dass meistens eben alles ziemlich gleich ist. Ich habe meine Routinen, auch wenn ich eine kleine Chaotin bin. Mein Leben ist wie mein Schreibtisch, etwas zu unordentlich, aber ich finde alles wieder.

Dann kam Amerika- 4 Wochen raus aus meiner Wohnung, raus aus Deutschland. Niemand, an den ich mich klammern kann, der mir Sicherheit gibt, damit ich auch ja nicht alleine dastehe. Eine Gruppe voller Menschen, die ich nicht wirklich kenne. Und niemand kann mir sagen, was geschehen wird.

Mal wieder musste ich meine Flugangst überwinden und bei den kleinsten Luftlöchern blieb mein Herz stehen. Dann oben in der Luft begriff ich- das wird ein geniales Abenteuer.

Überwinde deine Ängste und du wirst belohnt.

An der Uni in Virginia wurde meine Gruppe schnell wie eine Familie. Und meine Zimmermitbewohnerin und ich wie beste Freundinnen. Eine bekloppter als die nächste. „Da haben sich ja zwei gefunden.“, hörten wir mehr als einmal.

Es warten noch so viele Gleichgesinnte auf dich.

Alle auf dem Campus liefen mit Merchandise der amerikanischen Hochschule herum. Die Studenten waren stolz auf ihre Uni, stolz auf die Gemeinschaft, die sie verkörpern. Alle in Virginia waren offen für neue Kontakte. An meiner Hochschule würden sie mich auslachen, wenn ich mit Unimerchandise herumlaufe. Aber da will ich es auch gar nicht. Es gibt kein Campusleben, kein Gemeinschaftsgefühl. Und die so verpönte „Oberflächlichkeit“ der Amerikaner war für mich einfach nur angenehm. Smalltalk gibt es auch hier in Deutschland. Oft sehe ich unzufriedene Menschen durch die Straßen laufen, die Mundwinkel nach unten, Klagen über das Wetter oder den Job. Alle unsere „Betreuer“ in Amerika kamen uns mit so viel Herzlichkeit und ehrlichem Interesse entgegen, dass ich mich für meine Voruteile schämte. Gute Arbeit wurde wertgeschätzt, ich habe mich unglaublich unterstützt gefühlt.

 

Hinterfrage deine eigenen Vorurteile. Mache deine eigenen Erfahrungen mit verschiedenen Kulturen.

Bei Allem Gerede über die Komfortzone, wurde auch ich an neue Grenzen gebracht. Wir wurden mit Absicht so gechallenget, dass wir uns „blamierten“. So lange bis wir verstanden, dass es eigentlich gar keine Blamagen gibt. Dass man über sich selbst lachen darf und soll, weil eben niemand perfekt ist. Gleichzeitig habe ich Menschen kennen gelernt, die unglaublich gute Präsentationen halten können, tolle Schauspieler oder einfach inspirierende Persönlichkeiten sind.

Schauspielübung in der Emotion „traurig“

Du hast nie ausgelernt. Es gibt immer jemanden, der dir noch etwas beibringen kann.

Es war eine wundervolle Zeit. Aber sie war nicht einfach. Ich musste mich überwinden, unzählige Male. Immer neue Überraschungen mit jedem neuen Tag. Neue Freundschaften. Komplett andere Sichtweisen. Ich war so inspiriert, so voll neuem Input. Zu Hause war ganz weit weg- fast schon unwirklich. Ich sah mein „normales“ Leben mit viel mehr Abstand. Konnte viel besser reflektieren. Manchmal hat das weh getan. Denn zu Hause ist es manchmal zu einfach. So im eigenen Alltagstrott, dass man vergisst die Perspektiven zu wechseln.

Mach es dir nicht zu einfach. Sei mutig, kreativ und gehe deinen eigenen Weg.

Ich glaube, dass man sich nicht in ein Flugzeug setzen muss, um neue Perspektiven zu erlangen. Ich kann auch hier noch so viel lernen und entdecken. Man muss die Welt nur manchmal mit anderen Augen sehen.

Dies war nach längerer Zeit mal wieder ein „Weekly Learning“. Da ich hier ziemlich viele Erkenntnisse auf einen Haufen gepackt habe, interessieren mich eure Learnings umso mehr! Was habt ihr in den letzten Wochen gelernt!?