Ich habe hier gefühlte Ewigkeiten nichts mehr geschrieben. Erst wegen der guten DSGVO (neue Regelungen zum Datenschutz), später weil ich unglaublich viel zu tun hatte.

Teilweise bin ich dreimal in der Woche zum Theater-/Schauspielunterricht gegangen. In diesem Hobby habe ich einen tollen Ausgleich gefunden. Und lerne so viel über mich selbst und meine Umwelt. Lerne wieder loszulassen und einfach zu spielen – unabhängig davon wie “lächerlich” man wirkt. Achtsamkeit auszuüben, jeden Teil des Körpers bewusst wahrzunehmen und einzusetzen. Also bin ich als Flasche in der Strömung des Meers herumgetrieben oder habe ein schwangeres Monster im Bus gespielt. Habe wieder unglaublich spannende Menschen kennen gelernt, die so anders als die meisten meiner Bekannten sind. Wurde mit meinen eigenen Vorurteilen konfrontiert. Neben dem Schauspiel habe ich angefangen ein neues Projekt zu planen, mich um mein Studium gekümmert aber vor Allem habe ich einfach mal wieder gelebt. Habe Kurzurlaube gemacht, im Park gelegen, alte Freunde getroffen und war auf einem Festival.

 

In der Zeit ohne Instagram, Blogeinträge und Videokurse habe ich mehr reflektiert als die meiste Zeit zuvor. Es war kein zwanghaftes Aufdringen neuer Erkenntnisse. Das Leben hat mir einfach neue Fragen und Herausforderungen gebracht und ich bin ihnen nachgegangen. Ich habe mir meine eigene Sterblichkeit immer wieder vor Augen geführt. Das Thema Tod beschäftigt mich; vielleicht auch etwas zu früh. Aber mir hat es geholfen. Denn immer wenn ich jetzt ein scheinbar welterschütterndes Problem habe, denke ich an meine Sterblichkeit und frage mich, ob dieses Problem wohl noch am Ende meines Lebens von Relevanz ist. Zum Thema Tod werde ich demnächst auch noch spezifischer schreiben.

Außerdem habe ich über viele gesellschaftliche Regeln nachgedacht und festgelegt, welche für mich Sinn machen und welche nicht. Das hinterfragen von allem was “normal” ist, hat mir neue Perspektiven aufgezeigt. Ich bin frei und kann meine eigenen Entscheidungen treffen. Alle Einschränkungen existieren nur in meinem Kopf. Und wie könnte ich in meinem Leben mit so viel Freiheit Langeweile haben? Ich möchte noch so viel ausprobieren. Weiterbildungen machen, neue Hobbies finden, Träume verwirklichen. Und manchmal möchte ich auch nur die drei Fragezeichen hören und Erwachsenen-Mandalas ausmalen (ja, das ist der Knüller!).

nie wieder langeweile

 

Hier noch ein paar Zeilen, die ich während einer stressigen Zeit geschrieben habe:

Grade ist nichts mehr sicher, nur, dass das Leben kostbar ist und verdient hat gelebt zu werden. Ich muss lernen, dass ich nicht alles gleichzeitig, jetzt und sofort erreichen muss. Ich habe Zeit. Auch wenn ich Angst habe, dass es nicht so ist. Ich fürchte, dass plötzlich alles vorbei sein könnte und ich von meinen hundert Zielen nur drei erreicht habe.

Doch wenn ich mir keine Atempausen gönne werde ich verrückt. Ich WILL daran glauben, dass das Universum mir so viel Zeit schenkt, wie ich sie brauche. Und ich will akzeptieren, dass nur die Vergänglichkeit dem Leben überhaupt Sinn schenkt.

Ich frage mich, wie ich je Langeweile haben konnte. Das Leben hat plötzlich so viel zu bieten, dass ich überwältigt bin. Überwältigt von Möglichkeiten, die hinter jeder Ecke warten. Alle rufen sie mir zu, dass ich sie doch ergreifen soll. Alles mitnehmen was geht. Die ständige Angst etwas zu verpassen. Und am Ende verpasse ich doch mich. Meine Blicke stets nach außen gerichtet, zu wenig nach innen. Was bringen alle Chancen, wenn ich dabei den Blick für mich verliere.

Also schwebe ich jetzt zwischen der Außenwelt mit ihren Chancen und der Stille, die ich manchmal brauche, um zu hören, was in mir vorgeht.

Wie immer freue ich mich, wenn ihr eure Gedanken mit mir teilt.

Folge mir gern!